Im Rahmen unseres P-Seminars haben wir ein Interview im Fitnessstudio geführt. Dafür haben wir Mitarbeitende und Mitglieder bei Clever Fit befragt, um mehr über ihre Berufe, ihren Alltag und ihre Motivation zu erfahren. Ziel war es, einen Einblick in die Arbeitswelt im Fitness- und Gesundheitsbereich zu bekommen und unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen. Die Ergebnisse unserer Interviews zeigen, wie vielfältig die Tätigkeiten in diesem Bereich sind und welche Fähigkeiten dafür wichtig sind.
Praktikum im Clever Fit in Ismaning:
Eine FOS-Schülerin hat ihr zweiwöchiges Praktikum im Fitnessstudio clever fit Ismaning absolviert. Für sie war es ein erneuter Einsatz, da sie dort bereits zuvor praktische Erfahrungen sammeln konnte.
In dieser Zeit übernahm sie verschiedenen Aufgaben im Studio. Sie unterstützte bei der Kundenbetreuung an der Theke, koordinierte Anrufe und kümmerte sich um den Check-in der Mitglieder. Auch die Pflege der Trainingsfläche und die allgemeine Ordnung gehörten zu ihren Tätigkeiten.
Dennoch steht für sie fest: Das Gym war ein interessanter Einblick, aber als dauerhaftes Berufsfeld sieht sie sich eher in einem anderen Bereich. Die Erfahrungen im Umgang mit den Kunden und organisatorischen Abläufen nimmt sie dennoch mit.
Studio Inhaber Erwin Binder:
Im Gespräch mit dem Fitnessstudio-Inhaber Erwin Binder wurde klar, dass sein Beruf sehr vielseitig ist. Zu seinen wichtigsten Aufgaben gehört die enge Zusammenarbeit mit dem Standortleiter Sammy. Gemeinsam kümmern sie sich um die Organisation und den reibungslosen Ablauf im Studio. Er ist außerdem verantwortlich für die Planung, sowohl kurzfristig bei der Wochenplanung als auch langfristig bei der Monats- und Jahresplanung. Weitere zentrale Aufgaben sind die Budgetplanung, das Lösen von Alltagsproblemen sowie regelmäßige Besprechungen. Besonders wichtig ist auch die Koordination der Mitarbeiter, da ein gut funktionierendes Team entscheidend für den Erfolg des Studios ist.
Sein beruflicher Werdegang verlief nicht direkt über die Fitnessbranche. Nach dem Abitur arbeitete er zunächst im Vertrieb. Erst mit etwa 40 Jahren entschied er sich, in die Fitnessbranche zu wechseln und sich beruflich neu zu orientieren.
An seiner Arbeit gefällt ihm vor allem der Kontakt mit Menschen. Er schätzt es, täglich mit verschiedenen Personen zu arbeiten und sie auf ihrem individuellen Weg zu unterstützen.
In Bezug auf Trends im Fitnessbereich erklärte er, dass sich im Laufe der Jahre vieles verändert hat. Während früher beispielsweise Step-Aerobic sehr beliebt war, gibt es heute eine größere Vielfalt an Angeboten. Dennoch bleiben einige Klassiker bestehen und werden modern angepasst. Insgesamt wird das Training immer stärker individualisiert und auf die Bedürfnisse der einzelnen Kunden abgestimmt. Auch verschiedene Musikrichtungen spielen dabei eine Rolle, um unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen.
Ein weiterer wichtiger Bereich in seinem Fitnessstudio sind Reha-Programme. Diese werden teilweise von Krankenkassen übernommen. Dafür arbeiten im Studio speziell ausgebildete Physiotherapeuten und Reha-Trainer, die eine zusätzliche Qualifikation benötigen. Gleichzeitig gibt es auch Trainer ohne spezielle Ausbildung, sodass das Team insgesamt sehr unterschiedlich aufgestellt ist.
Standortleiter Sammy:
Im Rahmen unseres P-Seminars führten wir ein Interview mit dem Standortleiter Sammy des Fitnessstudios Clever fit in Ismaning, um einen Einblick in den Beruf und den Arbeitsalltag zu erhalten. Zu Beginn erklärte er, dass für die Arbeit im Fitnessbereich vor allem Interesse und Begeisterung für Sport wichtig sind. Eine spezielle Lizenz ist nicht erforderlich, stattdessen erfolgt der Einstieg meist über eine klassische Ausbildung. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie zum Beispiel eine duale Ausbildung, die Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann oder im Bereich Gesundheitsfitness. Die Ausbildungsdauer beträgt in der Regel etwa drei Jahre.
Zu seinen täglichen Aufgaben gehört es, das Studio zu organisieren und den Überblick zu behalten. Dazu zählt vor allem das Delegieren von Aufgaben an Mitarbeiter, die Betreuung der Kunden sowie die Pflege des Studios. Ein großer Teil seiner Arbeit besteht außerdem aus organisatorischen Tätigkeiten wie dem Beantworten von E-Mails oder dem Verwalten von Verträgen.
Das Fitnessstudio bietet neben klassischem Training auch Reha-Kurse an, die über die Krankenkassen abgerechnet werden. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist zudem das Erstellen individueller Trainingspläne. Diese werden an die persönlichen Ziele, wie Muskelaufbau oder Gewichtsreduktion, sowie an den aktuellen körperlichen Zustand der Kunden angepasst. Dabei kommt auch eine App zum Einsatz, über die Mitglieder ihre Fortschritte verfolgen und ihr biologisches Alter einsehen können. Für ältere Kunden werden Trainingspläne zusätzlich in analoger Form angeboten. Grundsätzlich haben die Kunden auch die Möglichkeit, sich zunächst auszuprobieren, bevor ein individueller Plan erstellt wird.
Für den Beruf sind neben Fachwissen vor allem soziale Kompetenzen entscheidend, da der tägliche Umgang mit Menschen eine große Rolle spielt. Besonders schätzt der Studioleiter an seinem Beruf den direkten Kontakt zu den Kunden. Außerdem gefällt ihm, dass die Arbeit abwechslungsreich ist, wenig sitzende Tätigkeiten beinhaltet und immer neue Eindrücke bietet. Auch die Zusammenarbeit im Team empfindet er als sehr positiv.
Ein wichtiger Bestandteil seines Systems ist der regelmäßige Kontakt zu den Kunden sowie eine gute Organisation der Termine. Die Trainingsangebote sind individuell gestaltet und umfassen verschiedene Bereiche wie beispielsweise Ausdauer- und Kreislauftraining. Verträge im Studio können bereits ab einem Alter von 16 Jahren abgeschlossen werden.
Minijob-Mitarbeiterin im Clever Fit:
Im Rahmen unseres P-Seminars haben wir auch noch eine Minijob-Mitarbeiterin interviewt. In einem Gespräch habe ich sie zu ihrem Berufswunsch und ihren Aufgaben befragt. Sie möchte später Sport- und Gymnastiklehrerin werden. Zurzeit besucht sie dafür eine private Schule, an der sie auf diesen Beruf vorbereitet wird. Die Ausbildung dauert insgesamt drei Jahre und besteht zu etwa 70 % aus praktischen sportlichen Inhalten und zu 30 % aus Theorie.
Während ihrer Ausbildung macht sie auch Praktika und Hospitationen, um erste Erfahrungen im Berufsalltag zu sammeln. Um an der Schule aufgenommen zu werden, musste sie einen Probetag sowie einen Eignungstest absolvieren. Voraussetzung ist außerdem mindestens ein mittlerer Schulabschluss.
Sie hat sich für diesen Beruf entschieden, weil sie schon immer großes Interesse an Sport hatte und gerne mit anderen Menschen arbeitet. Es ist ihr wichtig, nicht nur theoretisch zu lernen, sondern auch viel praktisch aktiv zu sein. Genau das bietet ihr diese Ausbildung. Ihre Tätigkeit als Minijob-Mitarbeiterin im Fitnessstudio „clever fit“ passt gut zu ihrem Berufswunsch, da sie dort ebenfalls mit Sport zu tun hat und weitere praktische Erfahrungen sammeln kann.
Interviewer: Philia Papaaioannou, Isabella Pattiasiana, Helena Sadowski, Maria Lara Paraschiv

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