Opernbesuch „Fürst Igor“ am Gärtnerplatztheater

Am Freitagabend, 20.03., machten sich einige kultur- und musikinteressierte Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 10c und 10d auf, um die Oper „Fürst Igor“ von Alexander Borodin am Gärtnerplatztheater zu besuchen. Die Premiere im Februar wurde enthusiastisch in der Presse besprochen und so waren wir gespannt, wie diese unvollendete und in Deutschland nicht häufig inszenierte Oper realisiert werden würde.

Wir stellten fest, dass vom Regisseur eine Rahmenhandlung ergänzt und immer wieder in die eigentliche Opernhandlung eingeflochten wurde, die die Entstehungsgeschichte der Oper behandelt. Denn Alexander Borodin war eigentlich Chemieprofessor und diese Oper hat er trotz großen Talents nicht einfach so aus dem Ärmel geschüttelt. Tatsächlich arbeitet er jahrelang daran und letztlich blieb sie unvollendet. Deswegen wurde auch deutlich: Hauptpunkt dieser Inszenierung ist weniger eine bestimmte Handlung – natürlich erkannten wir (wir hatten uns schließlich vorbereitet), dass es um das mittelalterliche Igorlied ging, also um den letztlich gescheiterten Eroberungsfeldzug Fürst Igors – als vielmehr die Darstellung von Tableaus wie „Verantwortung“, „Verlust“, „Liebe“, „Macht“, „Wut“ und „Unterdrückung“.

Beeindruckend die sängerische Leistung und das schauspielerische Talent der Opernsängerinnen und -sänger sowie die Tanzfähigkeiten, Ausdruckskraft und Körperbeherrschung des grandiosen Ballettensembles. Wunderbar die von russischen wie orientalischen Klängen durchzogene Musik von Alexander Borodin – von bombastisch über sehnsuchtsvoll zu klagend klangvoll vom Orchester realisiert. Wir verlassen die Oper tief beeindruckt spätabends. (Bm)